Alles andere als brav – Kalendertür 11

Frieder sagte: »Carolin, wir müssen reden. Wir rasen durch die Adventszeit. Muss es wirklich jeden Tag ein neues Sex-Gadgets sein? Es fühlt sich ein wenig an, wie das Abarbeiten von Aufgaben.« Er sah ihr enttäuschtes Gesicht. »Du möchtest an die Anfänge unserer Beziehung anzuknüpfen, an die glückseligen Momente, das Begehren. Dennoch, die Frage: Können wir es reduzieren? Ich komme nicht mehr zum  Laufen und das ist mir auch sehr wichtig.«

Es hatte ihr Spaß gemacht, ihn herauszufordern. Doch sie verstand ihn auch. Sie war dauererregt. Überall sah sie Möglichkeiten, egal ob sie eine Sektflasche sah, ein Mistelzweig oder phallisch geformte Alltagsdinge. Gestern, als sie ihre Freundinnen zum Adventskaffee traf und die Kekse dabei hatte, kam es ihr plötzlich seltsam vor. Kurz überlegte sie, ob es wirklich angemessen war, Kekse in Form von Geschlechtsteilen zu verschenken. Allerdings fiel es den anderen im ersten Moment gar nicht auf. Sie hielten erkannten Blumen.

Carolin hielt den Kopf gesenkt und fragte mit gepresster Stimme. »Wie soll es nun weitergehen?«

»Carolin, schau mich an«, sagte Frieder. »Ich genieße es, wirklich. Wie wäre es mit jedem zweiten Tag?«

Erleichtert nickte sie. Es war also mit #allesanderealsbrav nicht zu Ende. Diese Änderung gewährte auch ihr mehr Zeit nachzuspüren, zu genießen. Sie zog seinen Kopf zu sich herunter und küsste ihn. Und das Gefühl war so intensiv, dass sie schlagartig wieder wusste, sie liebte Frieder.

Ein Gedanke zu „Alles andere als brav – Kalendertür 11

  1. Markus Koch Antworten

    „Lass uns demnächst doch zu einem Vortrag zu Polyamorie gehen? In der Stadt gibt es diese schöne Boutique, bei denen solche Abende angeboten werden.“
    Frieder war über die Tage so richtig entflammt und traute sich plötzlich ALLES zu. Mit frechem Grinsen ergänzte er, nicht ganz ohne weiterführende Hintergedanken, „Vielleicht findet sich ja ein nettes Bürschlein, dass Du dann selbst an die Leine nehmen kannst.“
    Carolin schaute ihn verdutzt an. War das noch ihr Frieder. Sollte sie vielleicht wirklich langsamer machen, nicht dass er plötzlich sie überforderte mit seiner neuenflammten Neugier auf alles Lustvolle.
    „Hola, Schatz?! Du meinst das ernst. Ja?“
    „Und wie. Ich kann doch spüren, wie sehr Deine Experimentierfreude Dir gerade Türe öffnet. Mir geht es da nicht anders.“

    Als die beiden auf der Webseite der „Boutique Erotic“ stöberten, durchfuhr Frieder eine kräftiger Lustwelle. Sie stieg direkt aus seinem Beckenboden auf. Tief unten, in dieser bisher ungekannten Höhle, war etwas erwacht. „Woah, Cecile, Du kleines freches Luder“, schossen ihm die Worte in den Kopf.
    Frau Müller hatte sich bei den letzten beiden Begegnungen tatsächlich als wesentlich devoter herausgestellt, als ihr Alltagsauftreten in der Firma vermuten liess.
    Frieder schluckte.

    „Schaaatz…“
    Carolin blickte ihn überrascht an.
    Frieder schob den Laptop zur Seite, zog sie unvermittelt vom Stuhl auf die Beine, drücke sie mit ihrer Scham zart gegen die Tischkante und „legte“ sie mit nachdrücklicher Hand in ihrem Nacken darüber ab.
    Ihr Hosenknopf wurde geöffnet. Seine Hände glitten beidseitig zwischen Hose&Slip und Haut nach unten und nahmen die beiden Kleidungsstücke langsam mit.
    An ihr Ohr gebeugt vernahm sie leise seine Stimme.
    „Advent, Advent, mein Lichtlein brennt. So lass mich ein, kleine Fee, ich machs Dir verzaubernd schee.“

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