Alles andere als brav – Kalendertür 8

Glühwein-, Lebkuchen-, Tannenzweig- und Räuchermännchenduft mischten sich mit profanen Essengerüchen wie Kartoffelpuffer und Bratwurst. Nach einer Runde Glühwein zeigte Frieder Carolin das Massageöl von Türchen Nummer 8.

Überrascht fragte Carolin: »Wo willst du denn damit hin?«

»Erst einmal weg vom Trubel.«

Sie hatten Glück. Die Türen zur Kirche waren nicht verschlossen und nur wenige Menschen hielten sich im Inneren auf. Der Weihnachtsmarkt mit seinen Angeboten war viel verlockender als die stille Atmosphäre einer spätgotischen Kirche.

Sie nahmen auf einer Kirchenbank Platz. Plötzlich kniete sich Frieder zu Carolins Füßen, befreite einen Fuß von Pumps und Strumpf und begann ihn zu massieren.

Erst war sie erschrocken, dann löste der Duft von Weihrauch und Myrrhe ihre Angst. Weihnachtsdüfte sind Düfte der Vorfreude und diese hier werden nun immer mit dem Glück verknüpft sein, dass sie gerade empfand. Sie blickte hoch in die Kuppel. Entspannt schloss sie die Augen. Minuten verstrichen, in denen das Glück selbst in sie hineinzufließen schien.

Da ertönte eine verärgerte Stimme in tiefsten Bass. »Was machen Sie da?«

»Ich salbe meiner Frau den Fuß.«

»Das können Sie hier nicht machen.«

»Hat Magdalena für Jesus nicht das Gleiche getan? Also kann dies hier keine Sünde sein.«

Wie es mit Carolin und Frieder weiter geht?

Das nächste Türchen wird es verraten. Macht (jugendfrei) mit, gern auch mit Lyrik. Dafür habt ihr drei Möglichkeiten: direkt hier im Kommentar, auf Instagram unter #allesanderealsbrav oder auf facebook in den Kommentaren.

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