Wie Margarete zu ihrem Namen kam

Namen sind wunderbare Bedeutungsträger. Diese Chance nutze ich als Schriftstellerin, indem ich einen Namen wähle, der in Klang, Rhythmus und Bedeutung zur Figur passt.
Beispiele aus der Literatur gefällig?
Barry Fairbrother heißt der einzig „gute“ Charakter in Ein plötzlicher Todesfall, einem Roman von J. K. Rowling. Sibylle Lewitscharoff nennt einen Mann ohne Herzenswärme, aber mit geradem Rücken Karl Richard Stahl (aus dem Roman Montgomery). In Märchen heißen Elfen Goldlöckchen oder Gladiola, Zwerge dagegen Eisenschild oder Grimmbart. In Pippi Langstrumpf heißen die braven Kinder Tom und Annika, das außergewöhnliche Mädchen hat den nicht alltäglichen Namen Pippi Langstrumpf (voller Name Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf).

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Darf ich vorstellen? Margarete Henner – Protagonistin meines Romans Perle um Perle
Margarete – das klingt so von gestern. So heißt doch keine junge urbane Frau im 21. Jahrhundert. Wäre es nicht besser gewesen einen anderen Namen zu wählen, einen Namen der in den Neunzigern, dem Geburtsjahrzehnt von Margarete, modern gewesen ist? Also Lisa, Jana, Anna, Nina oder Lea?
Nein, wäre es nicht.
Margaretes Vater stammt aus Hamburg, seine Familie gehört dort dem Großbürgertum an. Diese Gesellschaftsschicht wählt für seine Kinder traditionsreiche Vornamen.
Bei der Namensvergabe hat sich ihr Vater durchgesetzt. Ihre Mutter hingegen nennt Margarete schon seit der Geburt Mimi. Damit zeigt sich der Gegensatz der Eltern. Der durchsetzungsstarke Vater und die Mutter, die der Auseinandersetzung ausweicht.
Außerdem wollte ich tatsächlich auch mit der Namenssymbolik spielen. Margarete bedeutet die Perle, abgeleitet vom altgriechischen margarita.
Und ob der Name Margarete auch zu ihrem Charakter passt, könnt ihr nach der Lektüre des Romans selbst entscheiden.

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